Heute war eine spezielle Hockeyveranstaltung in Amos, die ehemaligen Spieler der Canadiens sind nach Amos gekommen um ein Spiel gegen die Old Timer Mannschaft von Amos zu spielen. Seit einiger Zeit bereitete sich Amos auf diesen grossen Anlass vor, denn grosse Veranstaltungen sind hier eigentlich nur selten an der Tagesordnung.
Einige meiner Freundinnen haben getanzt oder als Cheerleader mitgemacht, andere waren Schiedsrichter, wieder andere haben bei der Getränkeausgabe mitgeholfen. Amos hat sich bewegt!
Der gesamte Erlös der Veranstaltung ging an das Zentrum für Suizidprävention in Amos, denn Suizid ist, wie leider einige Statistiken bestätigen, in den nördlicheren Ländern ein grosses Thema. Tickets wurden also zu Preisen zwischen 25-100$ verkauft und alles ging an dieses Zentrum. Das Motto war « Un ami, un parent, un camerade de travail Y PENSE! » (Ein Freund, ein Elternteil, ein Freund von der Arbeit DENK DARAN). Jeden Tag nehmen sich, alleine in Québec (ungefähr gleiche Bevölkerungszahl wie die Schweiz), drei Menschen das Leben.
Bereits auch in der Schule hatten wir Veranstaltungen zur Suizidprävention. Irgendwie kennt hier jeder mindestens jemanden der sich das Leben genommen hat oder ist vielleicht sogar nahe davon betroffen. Auch ich musste seit meiner Ankunft ein paar mal nahe davon mitkriegen, was für mich anfangs schwierig war, denn aus der Schweiz war ich das nicht so gewohnt, dass es so oft vorkommt und man mir ständig irgendwelche Geschichten von Freunden oder Bekannten erzählt, die sich das Leben genommen haben, oder es versucht haben. So hatten wir in der Schule Anfang des Jahres ein Plakat mit Handabdrücken gemacht, jeder in der Farbe, die für ihn Leben bedeuten. Dieses Plakat hängt seit dem nun in unserer Aula.
Das Hockeyspiel war dann ziemlich lustig! Die Favoriten standen ja vorher schon fest, deshalb wurde es dann mehr zu einem Freundschafts- und Spassspiel. Wenn ein Freistoss gespielt wurde, hat ein anderer Spieler einen Schläger reingeschmissen, damit der andere Spieler der gegnerischen Mannschaft noch einen Vorteil bekommt und ähnliche Sachen passierten noch. Ende der zweiten Periode haben dann fünf neunjährige Kinder gegen die Canadiens gespielt. Ein Traum jedes kanadischen Kindes. Und ganz schlecht haben sie sich nicht einmal geschlagen! Das lustige war, dass die Kinder ja wirklich sehr klein sind, aber sehr motiviert, doch wenn sie versuchen schnell über das Eis zu skaten dann muss einer der Männer nur den Arm ausstrecken und sich das kleine Kind mal eben auf die Schulter nehmen und über die Bande aus dem Feld stellen. Die ganze Arena hat sich in diesen fünf Minuten prächtig amüsiert! Aber zur Freude der Kinder gab es dann ein Foto, ganz alleine mit den Canadiens!
Schlussendlich gewannen die Canadiens mit 13 zu 9 gegen die Old Timers von Amos.
Vom 5. – 11. Februar ist provinziale Woche für Suizidprävention, dann werden wir bestimmt auch wieder Veranstaltungen und Aktivitäten zu diesem Thema in der Schule haben.
Sonntag, 5. Februar 2012
Donnerstag, 2. Februar 2012
15.1.2012 – Verirrt mit dem Ski-doo -> 326 Kilometer
Ich habe erst lange darüber nachgedacht, ob ich das wirklich auf meinen Blog schreiben soll, denn irgendwie ist die ganze Geschichte zwar lustig, aber sie hätte auch ganz anders ausgehen können. Deswegen, keine Angst, ich lebe noch und mir geht es sehr gut!
Nachdem ich zum ersten Mal mit dem Ski-doo unterwegs war und mein Gastvater da nur eine kleine Route ausgesucht hatte, um zu sehen ob mir das gefällt, fragte er mich eine Woche später, ob ich mit ihm noch mal mitkommen möchte. Er wollte, dass wir zu seinen Eltern nach Val d’Or fahren, einen Kaffee trinken und dann zurück kommen. Theoretisch sind das pro Weg etwa 70 Kilometer und dauert ungefähr eineinhalb Stunden. Was dann aber passiert ist, schreibe ich in den nächsten Zeilen.
Um 11 Uhr brachen wir zu Hause auf. Vielleicht noch zu erwähnen, dass es ein wirklich schöner, sonniger Tag war, doch trotzdem mit -26° Celsius. Wir gingen noch eben tanken, dann düsten wir in Richtung Mont-Vidéo, wo wir bereits beim ersten Mal auch Halt gemacht hatten. Auf dem Weg dorthin begegneten wir dann auch noch der Ski-doo-Polizei. Das waren zwei Polizisten die auf ihren Ski-doos gewartet haben und Ausweiskontrollen gemacht haben, denn einen Ski-doo darf man offiziell nur dann steuern, wenn man einen Autoführerschein, oder eine spezielle Ski-doo-Prüfung gemacht hat. So kann man, bei fahrlässigem Verhalten, auch ganz schnell den Führerschein für das Auto verlieren. David fragte dann die beiden Polizisten welches der schönere Weg nach Val d’Or sei, denn in den Tagen davor hatte es viel geschneit und dann kommt es manchmal vor, dass die Wege nicht schön oder gar gesperrt sind. Sie empfahlen uns dann einen Weg, den wir dann daraufhin auch nahmen. Doch nach etwa 20 Minuten kamen wir an eine Y-Gabelung und keine Wegbeschreibung war daran. Gefühlsmässig entschieden wir uns für links… Doch diese Weggabelungen kamen immer wieder und der Weg wurde immer schlechter. Immer wieder kamen uns aber noch andere Leute auf Ski-doos entgegen. Wir fragten sie, wo es nach Val d’Or geht. Aber sie meinten bloss alle, dass man dem Weg folgen soll, dann würde man ziemlich schnell in einen der Vororte von Val d’Or kommen. Doch niemals kamen wir in diesem einen Vorort an und die Kilometeranzeige auf dem Ski-doo wuchs und wuchs und die Wege wurden noch schlechter. Mehrere Male blieben wir im Schnee stecken und wir mussten zu zweit den Ski-doo wieder rausziehen und es holperte und alles tat einem weh. Die Akkus in den Schuhen und Handschuhen gegen die Kälte gingen auch ihrem Ende nahe. Gegen vier Uhr nachmittags hatten wir immer noch keine Ahnung wo wir sind, eigentlich wollten wir um diese Zeit bereits wieder zu Hause in Amos sein. Doch wir konnten nicht einmal Natalie anrufen, da wir im Wald keinen Empfang haben. Irgendwann erreichten wir eine Strasse mit einer Kilometeranzeige. Da wurde uns ein wenig bewusst wo wir uns befanden, ganz woanders, schon viel weiter als Val d’Or, irgendwo in einem Naturpark, verloren. Dann begann die Tankanzeige zu piepen. Na super, noch Tank für 50 Kilometer. Mein Gastvater war sauer und fluchte nur noch, denn schliesslich muss er jeden Winter 300 Dollar für die Erlaubnis der Ski-doo-Pisten bezahlen, und wenn ein Québécois flucht, dann ist das immer sehr schön anzuhören, denn das können sie wirklich gut. Irgendwie schafften wir es dann anhand dieser Strasse nach Val d’Or zu gelangen, wo wir an der ersten Tankstelle erst einmal eine grosse Portion tanken gingen, doch es war schon gegen fünf Uhr nachmittags, also seit 6 Stunden sind wir bereits unterwegs gewesen. Wir versuchten dann via den See zu meinen Gastgrosseltern zu gelangen, doch der Schnee auf dem See war in den Tagen zuvor so schwer gewesen, dass das Eis an manchen Stellen gebrochen war und Wasser sich mit dem Schnee gemischt und zu Slush zugefroren war. Für den Ski-doo fast unmöglich zu überwinden. Wieder blieben wir ständig stecken. Nach weiteren 20 Minuten auf dem See schafften wir es dann endlich bei meinen Gastgrosseltern anzukommen, die schon mit Sorgen auf uns warteten. Nach einer Kopfschmerztablette und einem guten Abendessen ging es um sechs Uhr auf den Heimweg. Vorher aber telefonierte David noch mit dem Präsidenten des Ski-doo-Vereins von Amos. Er sagte ihm, dass wenn wir um zehn Uhr abends nicht zurück seien, solle er uns suchen. Der Rückweg ging dann besser, wenn auch trotzdem noch mit ein paar Pannen und Umwegen. Wir brauchten auch für den wieder viel zu lange, da die Pisten nicht richtig geräumt sind. Laut meinem Gastvater die „scheiss“ Arbeit der Leute in Val d’Or, die in dieser Saison ihre Pisten noch nicht ein einziges Mal präpariert haben. Nach einer Weile kamen wir an einem Chalet an, wo auch eine Tafel mit Kilometeranzeigen war. Auf dieser stand, dass es noch 56 Kilometer bis Amos sei. Beide waren wir sehr erleichtert, denn obwohl Ski-doo-fahren eigentlich Spass macht, da waren wir nur noch genervt. Nach etwa einer Stunde und 70 Kilometern kommen wir wiederum an ein Chalet, neue Kilometeranzeige, Amos, noch 55 Kilometer. Ich dachte ich spinne! Das kann doch nicht sein, jetzt sind wir doch so lange schon gefahren. Lustig war es echt nicht mehr! Wir folgten dann dem Weg und kamen irgendwann auf einen zugefrorenen See (obwohl die hier sowieso alle zugefroren sind, sogar die Flüsse), wo mein Gastvater dann wieder wusste, wo wir uns befinden, und das war alles andere als nur 50 Kilometer bis Amos. Aber in dem Moment, als mein Gastvater den Ski-doo ausgemacht hat, um auf die Karte zu schauen, da konnte ich in den einzigartigen Sternenhimmel schauen, und ich habe wirklich noch nie so einen schönen Sternenhimmel gesehen, und dann sah ich sogar auch noch ein kleines Nordlicht, wenn auch wirklich ganz klein! Aber immerhin, für eine Sache hat sich der Trip gelohnt.
Um neun Uhr vierzig kamen wir in Amos an, durchgefroren und mit eingeeisten Wimpern. Gérard schon fast auf seinem Ski-doo um uns suchen zu kommen. Natalie unheimlich froh uns endlich zurück zu wissen.
Fakt: So schnell bekommt uns nichts mehr auf einen Ski-doo, wir brauchen zwei Wochen Ski-doo-Ferien.
Strecke: 326 Kilometer
Zeit: 10 Stunden 40 Minuten (mit Pausen)
Temperatur: Zwischen -26°C und -33°C
Im Nachhinein lache ich natürlich über diese ganze Geschichte, auch wenn es ein wenig peinlich ist, vor allem aber auch, da in der Schule alle darüber informiert sind, denn hier ist ja jeder mit jedem irgendwie verwandt oder befreundet, so kann mein Gastvater nicht einfach seinem Arbeitskollegen erzählen was vorgefallen ist, ohne das am Tag danach meine ganze Französischklasse bescheid weiss und für mich applaudiert, da dessen Tochter ebenfalls in meiner Französischklasse ist. Super, ist ja wirklich fast nicht peinlich! Ausserdem hat David auch mit der Zeitung gesprochen gehabt, und eigentlich hätten wir diese Woche da erscheinen sollen, auf der Seite für den grössten Flop der Woche!
Lustig ist es trotzdem und wenn ich meinen Gastvater in 20 Jahren wieder sehen werde, dann werden wir über diese Geschichte immer noch lachen, denn jeder hier wird uns dass auch noch lange genug unter die Nase reiben!
Noch der kleine Beweis dafür, dass die Geschichte wahr ist.
Samstag, 14. Januar 2012
7.1.2012 – Ski-doo
Heute war es zum ersten Mal so weit, endlich lag genug Schnee und es war nicht zu kalt. Mein Gastvater und ich machten unseren ersten gemeinsamen Ausflug mit dem Ski-doo.
Nachdem ich von meinem Gastvater und meiner Freundin in warme Kleidung eingepackt wurde, so dass ich schlussendlich wie ein Astronaut aussah, konnte es losgehen. Ich lachte zwar noch ein wenig über meinen riesigen Anzug, aber eigentlich wusste ich schon, dass er bei -15° Celsius plus den Fahrtwind nötig sein würde.
David, ich und der Ski-doo
Bald geht es los!
Da ich dann aber durch meinen Vertrag mit AFS (meiner Austauschorganisation) nicht das Recht habe ein motorisiertes Fahrzeug zu lenken, musste ich mich mit dem hinteren Platz begnügen, aber das wir mir auch ganz Recht so, denn ein wenig Angst hatte ich vor diesem riesigen Gerät schon. Aber mein Gastvater hat seine Rolle dann trotz allem sehr gut gemacht. Ein paar mal hat er angehalten um sich auch ja zu vergewissern, dass ich nicht friere, denn normalerweise friere ich hier eigentlich immer. Aber das Beste kommt ja erst noch; beim Ski-doo kann man die Griffe an denen man sich mit den Händen festhält heizen! Als mir mein Gastvater das einen Tag vorher erklärt hat, habe ich noch gedacht er würde mich veräppeln, aber schlussendlich liess er mich das dann ausprobieren und tatsächlich waren die dann echt sehr warm, so dass keine Angst zum frieren bestand. Sogar den Helm kann man heizen. Dazu braucht man nur ein Kabel zwischen dem Ski-doo und dem Helm zu verbinden und schon heizt sich der Helm. Für die Füsse gibt es heizende Einlagen, die man sich in die Schuhe legt und dann während sieben bis acht Stunden heizt. Und wenn wirklich alle Nähte reissen, dann heizt auch der Sitz… Verrückt!
Wir fuhren dann also aus unserer Siedlung heraus um auf die Ski-doo-Piste zu gelangen und dann ging es ab in den Wald, und einmal sogar über unseren grossen zugefroren Fluss, der quer durch unsere Stadt führt. Das war echt wirklich seltsam, denn ein zugefrorener Fluss, der dazu noch so breit ist, gehört einfach noch nicht zu meiner Denkensweise. Wir fuhren dann noch zu meiner Gastmutter, die zurzeit ihrem Onkel beim Streichen der Wände in seinem neuen Haus hilft, und dann ging es auf die richtige Piste für Ski-doo’s auf der man sogar manchmal wirklich richtig schnell fahren kann, aber der Ski-doo meines Gastvaters macht „nur“ 110 km/h. Aber damit war ich dann auch schon ganz zufrieden. Wir fuhren dann zusammen zum Mont Vidéo, dem einzigen Berg in unserer Region, wo man sogar Skifahren kann. Aber als ich den Skilift gesehen habe, und sogar auch nicht weit das Ende davon, meinte ich, dass das höchstens ein Hügel, aber niemals ein Berg ist. Doch die Leute sind sehr froh ihn zu haben, es ist halt nun mal der grösste Hügel in der Gegend. Wir haben dann eine Poutine gegessen (Das ist so was wie eine Spezialität hier - Pommes, Käse und Bratensauce - sieht nicht lecker aus, ist es aber!) und dann ging es in der Abenddämmerung und im Dunkeln wieder zurück, denn der Ski-doo hat Lichter. Laut meinem Gastvater ist es sogar weniger gefährlich abends unterwegs zu sein als tagsüber, da man die Ski-doo’s in der Gegenrichtung schon so früh sieht. Immer wieder kommt man an kleinen Häuschen vorbei, in denen man sich aufwärmen gehen kann, aber eigentlich war mir wirklich nicht kalt, so liessen wir diese immer unbeachtet.
Auch wenn mir die Berge und das Skifahren schon ein wenig fehlen, Ski-doo ist auch nicht schlecht, auch wenn ich nicht das Recht habe ihn zu lenken. Es macht Spass so im Wald herumzufahren und ein ganz anderes Québec! Erst jetzt, wo es so richtig kalt wird, kommen die Leute aus ihren Häusern und machen ihre Aktivitäten, dieses Land ist einfach nicht wie Europa für den Sommer gemacht, sondern viel mehr für den Winter!
1.1.2012 – Silvester und Neujahrstag
Ich wünsche euch allen ein Frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr in dieses gut gestartet seid!
Gestern sind wir von Québec nach Otterburn-Park, nahe Montréal gefahren, wo wir uns mit der Verwandtschaft von meinen Gastgrosseltern für das Neujahrswochenende treffen. Wir sind ungefähr 60 Leute und zwischen dem Alter von 3 Monaten bis 80 Jahre. Dieses Treffen in der Verwandtschaft von meinem Gastvater findet bereits seit Generationen in dieser Form statt, so dass es inzwischen eine richtige grosse Gruppe geworden ist und sich einige Traditionen für den „Jour de l’an“ entwickelt haben.
Als wir am 31. abends angekommen sind gab es erst einmal ein schönes Essen, was die Grossmütter vorbereitet haben. Ich weiss nicht was es genau war, aber es war eine kanadische Spezialität mit Kartoffeln und Fleisch gemischt. Das war echt lecker und irgendwie auch speziell, denn ich hätte nicht erwartet, dass so grosse und leckere Mahlzeiten gekocht werden würden, wenn man mit 60 Leuten in einem Chalet ist, in dem die Küche und die Töpfe so klein sind. Aber für die Verwandtschaft war das sehr wichtig, dass wir ein gutes und leckeres Essen zum Jahresende zu uns nehmen und auch mit einem solchen das neue Jahr beginnen.
Nach dem Essen kam dann die Schwester meiner Gastgrossmutter und meinte es sei Zeit sich in den Schlafanzug umzuziehen, dabei war es erst acht oder neun Uhr abends. Aber ich wurde ja vorher vorgewarnt, denn in dieser Gruppe, wird Silvester in speziell in den von den Grossmüttern dafür angefertigten Weihnachtsschlafanzügen und Pantoffeln mit Glocken daran gefeiert und auch ich hatte zuvor zu Weihnachten meinen eigenen Schlafanzug von meiner Gastoma bekommen.
Als alle in ihren Schlafanzügen waren begann eine Gruppe von etwa vier Männern Gitarre zu spielen und vor allem Frage-Antwort-Lieder zu singen. Alle tanzten gemeinsam in ihren Schlafanzügen, stampften eifrig mit ihren Füssen, damit man die Glocken an den Pantoffeln hört und sangen. Gegen 10 Uhr kamen die Grossmütter dann wieder mit ein paar Sandwiches, da sie Angst hatten, dass man ohne ihre Zwischenmahlzeiten verhungern könnte, aber trotzdem hatten alle nach dem vielen Tanzen und Singen schon wieder ein wenig Hunger.
Um 12 Uhr stellten sich dann alle mit ihrem Partner zusammen und ich blieb zusammen mit meiner Gastcousine, die auch ohne ihre Familie gekommen war, da ihre Mutter schwanger ist und sich diese Reise nicht mehr zugetraut hat. Dann gaben sich alle gegenseitig ein paar Küsschen auf die Wange und wünschten sich ein gutes Neues Jahr und stiessen mit Sekt an.
Julie (Gastcousine) und ich in unseren Weihnachtsschlafanzügen
Noch bis fünf Uhr morgens wurde getanzt und gefeiert, bis auch um halb sechs der letzte in seinem Bett verschwand.
Während dem Neujahrstag wurde dann vor allem Schlaf nachgeholt oder auch von einigen ein Kater ausgeschlafen, während andere draussen Eishockey spielten.
Abends ging es dann wieder weiter mit singen und tanzen, und dieses Mal noch mit einer Geige, was wirklich sehr schön war!
Silvester war also in diesem Jahr wirklich ganz grundsätzlich anders als in der Schweiz. Kein Feuerwerk, kein Zinngiessen, aber mit viel Musik, Freude und Party! Es war ein super Fest so mit der Familie!
31.12.2011 – Québec
Als Weihnachten und die Besuche bei der Verwandtschaft meiner Gastfamilie vorbei waren, nutzten wir die Tage bis zu Silvester um manche Aktivitäten in Québec, einer wirklich, wie in meinem Reiseführer beschrieben, wunderschönen Stadt zu unternehmen!
Nach den Weihnachtstagen machten wir zuerst dann einmal einen Ausflug zu einem Fluss, bei dem man am Ufer entlang laufen kann und der auch Wasserfälle hat. Diese waren aber auch eingefroren und man konnte sogar auf dem zugefrorenen Fluss laufen und bis zu den Wasserfällen gehen. Das war irgendwie ein bisschen seltsam, denn nicht einmal unser kleiner Quartierbach friert bei uns zu Hause in der Schweiz ein und hier friert mal eben der dicke, grosse, breite Fluss ein, so dass man auf dem Eis laufen kann. Zwar war es an diesem Tag unheimlich kalt, aber wir hatten superschönes Wetter mit blauem Himmel und nach den Weihnachtstagen im Haus war es ganz schön ein wenig rauszukommen.
Der Fluss
Mein Gastvater und ich - Il fait froid!
Ganz klar durfte dann aber natürlich auch das Shopping nicht fehlen, denn was kann man in Amos schon gross shoppen gehen. Gemeinsam mit Valérie und meiner Gastmutter verbrachten wir dann einen ganzen Tag in den drei grossen Shoppingcentern. Super!
Abends traf ich dann Farah und Cléo, die auch ein Austauschjahr in Québec machen und aus der Schweiz kommen. Farah war gerade ein paar Tage bei Cléo, die mit ihrer Gastfamilie in Québec City wohnt. So kam es dazu, dass ich zum ersten Mal seit 5 Monaten wieder Schweizerdeutsch gesprochen habe, was nicht aus einem Computer kommt. Irgendwie war das komisch und ich fiel ständig ins Französisch, bis ich nach ein paar Sätzen dann bemerkt habe, dass ja eigentlich Schweizerdeutsch gerade angesagt ist. Es war super die anderen zu sehen und das auch so kurz vor Halbzeit des Austauschjahres. Jeder hat seine persönlichen Erfahrungen, die Guten, aber auch die weniger Guten und es ist schön sich so austauschen zu können!
Am nächsten Tag machten wir eine Tour durch das Alte Québec mit seinen kleinen Backsteinhäusern und Gässchen, Weihnachtsmusik, kleinen Boutiquen und natürlich nicht zu vergessen, dem Château Frontenac. Um ins Alte Québec zu gelangen suchte mein Gastvater eine Strecke aus, bei der man mit einem Schiff über den Sankt-Lorenz-Strom fahren muss, wo man am besten das Schloss sehen kann. Und auch bei diesem Mal wieder, der Fluss war an einigen Stellen gefroren, so dass Eisbrecher nötig sind.
Wir bummelten durch die Gässchen und mein Gastvater stellte mir dann eine kanadische Spezialität vor, die aber ein ziemlich klebriges Ende nahm (Bilderserie davon auf Facebook zu sehen).
Vieux Québec
Das waren super tolle Tage in Québec. Wir haben eine ganz andere Seite von der Provinz gesehen, und Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht, was ich sehr genossen habe! Und ich habe Schweizerdeutsch geredet, was aber auch, Entschuldigung Cléo und Farah, manchmal sehr krumm war. Manchmal fallen mir jetzt die Worte nicht mehr in Deutsch ein, sondern nur auf Französisch, so wie ich heute mit Farah während 20 Minuten für das deutsche Wort Schneepflug gesucht habe, und wir schreckliche Kompositionen von Wörtern dafür zusammengesetzt haben, bis Farah meinte, sie würde jetzt doch den Duden holen. Naja, das wurde uns von AFS ja eigentlich vorhergesagt, dass das Deutsch irgendwann krumm wird. Also verzeiht mir auch bitte meine vielen Deutschfehler auf meinem Blog, die trotz Korrekturlesen vielleicht noch da sind.
Nun wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Teresa
26.12.2011 – Ein ganz anderes Weihnachtsfest
Jetzt sind die Weihnachtstage auch schon fast wieder vorbei. Dieses Jahr habe ich Weihnachten mit meiner Gastfamilie in Québec bei der Verwandtschaft meines Gastvaters gefeiert. Wir kamen dort am 23. abends an, wo wir dann schon den Weihnachtsbaum mit den Geschenken darunter vorfanden, doch wie auch in Europa muss man dann noch bis am 24. abends warten.
So viele Geschenke
Am Nachmittag des 24. Dezembers sind wir dann in die Kirche gegangen, wo Kinder ein Krippenspiel aufgeführt haben. Das war zwar eigentlich ähnlich wie bei uns, aber halt doch eben nicht gleich, was mich dann trotz allem ein wenig traurig gestimmt hat, da mir zu Weihnachten, dann meine Familie ein wenig gefehlt hat. Nach der Kirche habe ich dann mit meiner Familie in der Schweiz gesprochen, die schon Bescherung gehabt haben, bis es dann auch bei uns in den festlichen Teil des Tages überging. Es kam dann noch mehr Verwandtschaft, bis wir irgendwann 16 Personen waren. Wir assen gemeinsam, dann spielten mein Gastvater und sein Bruder ein wenig Gitarre und dann kam es zum Geschenke auspacken.
Eigentlich war Weihnachten so ganz schön! Ich habe ein ganz anderes Weihnachten kennen gelernt, was vielleicht in manchen Grundzügen gleich wie bei uns ist, aber da es nicht mit der natürlichen Familie ist, halt doch ganz anders ist.
Ab und zu kullerten zwar ein paar Tränen, aber eigentlich geht es mir gut, denn wer hat denn schon mal die Chance so was zu erleben?
Ausserdem möchte ich euch an diesem Platz auch allen für eure Lieben Karten, Geschenke und Nachrichten danken! Ich habe mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich leider selber nicht die Chance hatte, jedem einzelnen zu schreiben oder gar ein Geschenk zu schicken!
Frohe Weihnachten!
Teresa
21.12.2011 – Weihnachtsexamen
Heute habe ich nun endlich alle meine Weihnachtsexamen beendet. Seit einer Woche schrieben wir jeden Tag ein oder zwei davon, für jedes Fach ein Examen während zwei oder drei Stunden. In den meisten Fächern (Ethik, Mathematik, Geschichte, Science) wurde der ganze Schulstoff seit Beginn des Schuljahres geprüft, in anderen (Französisch, Englisch) wurde einfach ein Textverständnis geschrieben.
Obwohl meine Noten hier ja offiziell nicht zählen musste man trotzdem ziemlich für diese Prüfungen üben, da sie als ziemlich schwer bekannt sind. Einige der Examen werden nämlich von der Schulkommission und nicht von den einzelnen Lehrern geschrieben. Diese können dann noch ihre eigenen kleinen Änderungen vornehmen, aber der Grundsatz der Prüfung steht vorher bereits. Und schwierig waren sie dann auch. In manchen Fächern wie beispielsweise in Englisch, wo ich eigentlich sonst gar nicht so schlecht bin, habe ich nur Bahnhof verstanden. Aber zum Glück war ich nicht die Einzige der es so ging und inzwischen ist auch schon klar, dass ein Teil der Prüfung nicht zählen wird, da es zu viele Leute gab die in diesem Teil keine Punkte gemacht haben.
Egal, wie meine Prüfungen jetzt gelaufen sind, ob gut oder schlecht, jetzt freue ich mich auf die Ferien und bin auch ganzschön reif dafür. Wir hatten schliesslich keine Herbstferien so wie in der Schweiz und haben also seit Sommer immer Schule gehabt.
Ich wünsche euch allen ein wunderschönes und gesegnetes Weihnachtsfest, und wie ich gehört habe sogar mit ein wenig Schnee!
Eure Teresa
Obwohl meine Noten hier ja offiziell nicht zählen musste man trotzdem ziemlich für diese Prüfungen üben, da sie als ziemlich schwer bekannt sind. Einige der Examen werden nämlich von der Schulkommission und nicht von den einzelnen Lehrern geschrieben. Diese können dann noch ihre eigenen kleinen Änderungen vornehmen, aber der Grundsatz der Prüfung steht vorher bereits. Und schwierig waren sie dann auch. In manchen Fächern wie beispielsweise in Englisch, wo ich eigentlich sonst gar nicht so schlecht bin, habe ich nur Bahnhof verstanden. Aber zum Glück war ich nicht die Einzige der es so ging und inzwischen ist auch schon klar, dass ein Teil der Prüfung nicht zählen wird, da es zu viele Leute gab die in diesem Teil keine Punkte gemacht haben.
Egal, wie meine Prüfungen jetzt gelaufen sind, ob gut oder schlecht, jetzt freue ich mich auf die Ferien und bin auch ganzschön reif dafür. Wir hatten schliesslich keine Herbstferien so wie in der Schweiz und haben also seit Sommer immer Schule gehabt.
Ich wünsche euch allen ein wunderschönes und gesegnetes Weihnachtsfest, und wie ich gehört habe sogar mit ein wenig Schnee!
Eure Teresa
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