Samstag, 19. November 2011

17.11.2011 – Erster richtiger Schnee

Seit Wochen, nein gar schon seit Monaten hiess es immer: „Bald schneit es!“. Nur wann fing dieses „bald“ an? Als auch an Halloween immer noch kein Schnee auf dem Boden lag begannen meine Freunde sogar schon von einem sehr späten Winter zu sprechen, doch zu dieser Zeit lag meine richtige Familie noch in Italien am Strand und hat im Meer gebadet. Es war schon seit mehreren Wochen dann immer wieder kalt, und es schneite auch, aber der Schnee blieb nicht auf dem Boden liegen.

Als ich dann heute Morgen aufgewacht bin lag draussen endlich Schnee! Nicht viel, aber immerhin! Juhu, ich hoffe der bleibt jetzt liegen und wird auch noch ein wenig mehr werden, obwohl es dazu natürlich ganz schön kalt ist!

Heute Mittag haben wir dann mit ein paar Freunden draussen neben der Schule noch ein paar Schneebilder gemacht.

Roxanne et moi ont le fun dans la neige !

Schöne Mütze, nicht wahr? - Ist aber nicht meine

Ps: Mein Gastbruder meinte dann heute, dass die Schule am Montag wahrscheinlich ausfallen wird, da Eisregen angesagt ist, juhu! Mir gefällt Kanada :P

15.11.2011 – New York

Ich war in New York, juhu!

Vor ein paar Wochen habe ich von meinem AFS-Paten eine Nachricht bekommen, ob ich an einer Reise nach New York interessiert wäre, natürlich bin ich das, was ist das denn für eine Frage? Dann hat sich aus der anfangs nur groben Idee der Plan entwickelt, dass wir vier Austauschschüler unseres Komitees (Chapter) gemeinsam mit meinem AFS-Paten, Martin, der Lehrer am Cégep (College) ist, und seinen Studenten für fünf Tage nach New York fahren können (10.-14.11.2011)

Am Donnerstagabend bin ich dann ganz schnell nach der Schule nach Hause gegangen und hatte noch 40 Minuten Zeit mich fertig zu machen. So habe ich noch schnell geduscht, meine Mutter in der Schweiz angerufen um sie zu beruhigen dass alles gut gehen wird und dann wurde ich auch schon von Rasmus, Demi, deren Gastmutter und –schwester abgeholt. Wir mussten mit dem Auto bis zu der nächsten grossen Stadt fahren, wo uns dann der Reisebus einsammeln sollte. Bevor der Reisebus ankam warteten wir im Cégep von Val d’Or, denn draussen war es ganz schön kalt, als wir 20 Minuten später wieder rauskamen hatte es zu schneien begonnen, ein super Start nach New York!

Während der Fahrt konnten wir dann schlafen oder Filme schauen und da wir eine Reise nach Amerika machten war es auch im Interesse der Lehrer die Filme auf Englisch zu schauen, endlich haben wir wieder etwas verstanden. Als wir dann aber zum Zoll kamen mussten wir ganze viereinhalb Stunden warten. Die Zöllner haben jeden Bus kontrolliert und auch in jedem Bus musste jede Person mit Fingerabdrücken und allem kontrolliert werden. Zum Glück waren wir aber eine Gruppe Schüler, weshalb sie das grosse Prozedere nur mit uns Austauschschülern gemacht haben. Wir mussten dann ganz viele Fragen beantworten und Fingerabdrücke abgeben, bis wir dann später mit dem amerikanischen Besuchervisum im Pass endlich in Richtung New York weiterfahren konnten.

Freitagmittag kamen wir dann endlich in New York an. Als erstes besuchten wir die Freiheitsstatue, aber das natürlich auch erst wieder nach etlichen Sicherheits- und Taschenkontrollen, die uns noch während unserer ganzen New York – Reise bei jedem Museum begleiten sollten. Irgendwie wusste ich nicht so ganz was ich von der Freiheitsstatue halten sollte, war sie nun klein oder gross, schön? Jedenfalls war sie überhaupt nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Ellis Island

Freiheitsstatue

Rasmus, ich und die Freiheitsstatue

Typisch Amerikaner?

Nach der Freiheitsstatue ging es weiter nach Manhattan. Wir liefen am Ground Zero und verschiedenen Strassenverkäufern vorbei, nahmen dann die Metro zum Rockefellercenter. Dort trafen wir dann auch wieder auf den Rest der Gruppe um mit dem Aufzug hochzufahren und über die Stadt zu schauen. Als wir oben ankamen kamen wir fast nicht mehr aus dem Staunen raus, es war so schön! Ich glaube wenn man mich fragen würde was mein persönliches Highlight der Reise gewesen ist, dann ist dieses Erlebnis sicherlich ein Favorit dafür, was aber nicht heissen soll, dass die Reise im Ganzen nicht super war.

Top Of The Rock

Danach gingen wir dann zum Times Square und kauften ein paar Sachen wie natürlich auch die bekannte „I <3 NY“ – Kleidung. Anschliessend ging es dann auch schon ins Hotel wo einige der Gruppe erst einmal einen ziemlichen Schock in ihren Zimmern erhalten mussten. Betten waren nicht bezogen, bei manchen war Schimmel in der Dusche und auch bewegte sich das Zimmer ein wenig (im Klartext: Da waren Tiere vorhanden). Zum Glück war unser Zimmer in Ordnung und wir konnten bald schlafen, ich war so müde!


Times Square

Am Samstag starteten wir mit einem Besuch bei den United Nations und hatten dort eine Führung. Auch wenn die Führung nicht lange war, irgendwie hat die uns alle sehr berührt und auch ein wenig mitgenommen, denn es ging vor allem um die Umsetzung der Menschenrechte.

Dann gingen wir zum Bahnhof, aber da blieben wir nicht lange, wir wollten uns bloss die Mauer der Geheimnisse anschauen und denn Stein, der nach der Renovation übrig geblieben ist anschauen und dann ging es weiter zum Metropolitan Museum Of Art, aber ganz ehrlich, das ist so langweilig. Wir sind ein wenig durch die Ausstellungen gegangen und dann haben wir uns in den Warteraum gesetzt und blöde Bilder gemacht, die aber wohl mehr Kunst sind als einiges in dem Museum.

Unsere ganze Gruppe vor dem Museum

Und dann ging es shoppen, Martin gab uns eine Weile Zeit und die nutzen wir natürlich auch voll aus, denn sonst hatten wir in New York nicht so viel Zeit einkaufen zu gehen. Danach gingen wir gemeinsam mit Martin zum Abendessen und eine Show am Broadway anschauen. Und danach noch einmal shoppen. Aber danach endlich um Mitternacht zurück ins Hotel und schlafen.

Am Sonntagmorgen haben wir dann alle unsere Sachen gepackt und sind wieder mit dem Bus nach New York reingefahren. Da es der letzte Tag in New York war hat der Bus jeden dort rausgelassen wo er das wollte, um noch einmal freie Zeit für einen Besuch seiner Wahl zu haben. Ich nutzte die Zeit um Anita, eine gute Freundin meiner Familie in der Schweiz, zu besuchen. Als ich sie nähe des Central Parks auf der anderen Strassenseite schon stehen sah, kullerte mir bereits die erste Träne hinunter. Es war fast ein wenig wie nach Hause kommen, als ich jemanden gesehen habe, denn ich schon vor meinem Austausch kannte, denn sonst bin ich ja immer nur von Menschen umgeben, die ich erst seit einer kurzen Zeit kenne. Wir gingen dann zusammen in ein kleines Geschäft einkaufen, aber da gab es so viele Schweizerische Produkte die ich seit einer ganzen Weile nicht mehr gegessen habe. Es gab dann super tollen Emmi-Jogurt, Gruyère, dunkles Brot usw. Super! Dann sind wir zum Frühstück zu Anita gegangen und haben alle diese tollen Sachen gegessen. Aber das Beste war, dass Anita vor zwei Wochen in der Schweiz war ohne mir das gesagt zu haben. Und da hat sie natürlich auch meine Mama gesehen, die ihr eine ganze Tüte mit super Sachen für mich mitgegeben hat, da war es dann mit meiner Beherrschung vorbei und ich fing total an zu weinen! Wie schön fast ein wenig wieder zu Hause zu sein! Diese Stunden habe ich echt total genossen, auch wenn die Zeit nur so kurz war und ich schon um 13.30 Uhr wieder am anderen Ende der Stadt sein musste und wir dann noch nach ein paar Fotos zurück nach Kanada fuhren, zum Glück dieses Mal nicht wieder mit mehreren Stunden Wartezeit am Zoll. Obwohl auch die hätte kürzer sein können, denn Rasmus war so klug gewesen, sein Visum aus dem Pass rauszureissen und in Kanada bei seiner Gastfamilie im Safe liegen zu lassen. Geniale Idee! So mussten wir auf ihn warten bis er sein neues Visum hatte.

Mit Anita

Die Tage in New York waren super und ich kann ausser dem Kunstmuseum gar nicht sagen, was mir nicht gefallen hat. Es war super wieder einmal in einer grossen Stadt zu sein und auch einfach wieder Leute zu sehen, denn Amos ist nicht so wirklich gross.

7.11.2011 - Oktober

Bestimmt fragen sich schon einige unter euch, weshalb ich mich solange nicht gemeldet habe:

Nun ja, was habe ich im Oktober so getrieben? Vor allem bin ich natürlich zur Schule gegangen. Anfang Oktober fingen dann die ersten Prüfungen an und wir mussten für verschiedene Fächer auch Projekte bearbeiten. Das war eigentlich nicht so schwer, obwohl ich in Science (Naturwissenschaften) und in Geschichte nicht wirklich gute Tests geschrieben habe. In den anderen Fächern, sogar in Französisch (!!!), bin ich inzwischen genügend. Für meinen Französischkurs musste ich vor zwei Wochen sogar eine Mündlichpräsentation machen und habe dafür 80% erhalten. (Um einen Kurs zu bestehen braucht man 60%.) Hausaufgaben gibt es hier praktisch keine, ausser für Mathematik und Französisch. So muss ich meine Freizeit nicht (wie in der Schweiz) mit Hausaufgaben verbringen.

Da die Schule aber nicht so viel Platz einnimmt arbeiten fast alle meine Schulkollegen nach der Schule und vor allem an den Wochenenden. So sind meine Freunde fast immer beschäftigt und wir haben wenig Gelegenheit neben der Schule etwas gemeinsam zu machen und mir ist manchmal etwas langweilig. Selber darf ich mir aber aufgrund meiner Studienerlaubnis (Visa) keine Arbeit suchen.

Am 29. Oktober hatten wir in der Schule eine grosse Halloweenparty. Mittags verkleideten sich fast alle und dann gab es am Nachmittag verschiedene Spiele und Shows zu Halloween. Manche Leute hatten voll schöne und komplizierte Kostüme an, und man merkte schon, dass man nicht in Europa ist, sondern in Amerika, wo Halloween eine viel grössere Bedeutung hat. Ich kann die Bilder von Halloween aber nicht in Facebook oder auf meinen Blog setzen, dies ist von der Schule her verboten.

Gemeinsam mit AFS feierten wir dann noch einmal ein wenig Halloween am 30. Oktober. Wir wohnten für das Wochenende bei Asadeh und zogen dann am Samstagabend verkleidet wie die kleinen Kinder um die Häuser, um Süssigkeiten zu sammeln. Schon nach ein paar Häusern hatten wir eine ganze Menge zusammen - die Leute sind hier sehr grosszügig an Halloween!


Letzte Woche Montag habe ich meine Gastfamilie gewechselt. Meine Gastfamilie hatdrei Jungen in einem Alter, in dem sie viel Aufmerksamkeit brauchen. Dann kam ich noch als Austauschschülerin dazu, was einfach nicht passte. Daraus entstanden dann Spannungen und zum Schluss haben wir dann entschieden, dass ein Wechsel wohl das Beste ist. Der Wechsel war nicht so einfach - vor allem als ich dann bei meiner Gastfamilie ausgezogen bin.Jetzt, nachdem ich diesen Schritt nun hinter mir habe, bin ich erleichtert, denn es war für beide Seiten so wohl das Beste.

Zurzeit wohne ich zum Übergang bei einer andern Familie und wir sind dabei eine Familie für den Rest des Jahres zu finden, was nicht so einfach ist, da Amos nicht sehr gross ist. In der Übergangsfamilie habe ich nun zum ersten Mal in meinem Leben eine Schwester, Alysa (13) und einen gleichaltrigen Gastbruder Alex. Meine Gastmutter Christine kommt ursprünglich aus Deutschland, weshalb alle in der Familie, sogar mein Gastvater François, der selber aber aus Amos kommt, Deutsch sprechen.

Jetzt hoffe ich, dass bald für mich eine neue Gastfamilie gefunden wird. Am Liebsten würde ich natürlich hier im Ort bleiben, da ich in der Schule guten Anschluss und Freunde gefunden habe. Ihr dürft mir also die Daumen drücken, dass sich trotz dem kleinen Amos eine neue Familie findet.

Sonntag, 25. September 2011

25.09.2011 – Côteau-du-lac

Dieses Wochenende wurde von meinen Gasteltern um den Freitag verlängert, damit wir in die Nähe von Montréal fahren konnten.

Alleine für die achtstündige Autofahrt hat sich der Ausflug eigentlich schon gelohnt. Wir sind durch wunderschöne Landschaften des Indiansummers gefahren. Leider konnte ich aber nicht so viele gute Fotos machen (ihr müsst halt selber einmal im September/Oktober hierherkommen).

Ihr müsst es euch so vorstellen, nur noch viel leuchtender und in riesigen Wäldern, in denen jeder Baum so ist.

Das Wochenende war dann aber sehr turbulent. Wir haben eine Freundin von meiner Gastmutter besucht, die drei kleine Kinder (5 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre) hat, zusätzlich war dann aber noch eine Freundin mit zwei Kleinkindern da. Eigentlich war dann praktisch immer irgendein Kind am weinen, nun ja, da war ich dann doch froh, dass meine Gastbrüder schon 4, 7 und 9 Jahre alt sind. Am Samstag machten wir uns dann früh auf, um einer Tradition der Gebiete im Südosten Kanadas nachzugehen, wir sind Äpfel pflücken gegangen. Das war super, ich habe in meinem Leben noch nie so gute Äpfel, und vor allem dann auch in so kurzer Zeit so viele, gegessen. Aber da waren so viele Mücken und die sind richtig fiess, die Stiche sind richtig rot und jucken irre (Tobi, ich finde du darfst dir wieder das Zimmer neben mir bewohnen, dann habe ich keine Stiche mehr).

Diese Woche steht an meiner Schule nun die Wahl des neuen Präsidenten der Schüler an. Irgendwie machen die hier alle ein riesen Ding daraus. Die beiden Kandidaten haben sich jetzt mehrfach vorgestellt und Präsentationen über ihre Projekte gemacht, obwohl ich eigentlich glaube, dass die Wahl schon lange entschieden ist, es gibt einen ziemlichen Favoriten.

Übrigens kann ich jetzt auch hinter das Französischdenken und auf Französisch träumen einen Haken machen. Das Wochenende habe ich mit meiner Gastfamilie das Zimmer geteilt und jedes Mal musste ich mir morgens anhören, dass ich im Schlaf (wer schon einmal mit mir im gleichen Zimmer geschlafen hat, weiss was ich meine) auf Französisch Diskussionen mit mir selber geführt habe. Das fand ich irgendwie voll interessant, ich hätte nicht gedacht, dass ich bereits jetzt schon so weit bin auf Französisch zu träumen.

Nun wünsche ich euch herbstliche Grüsse
Eure Teresa

Montag, 19. September 2011

19.09.2011 – Arrival Camp + Hockey + vieles mehr

Meine Lieben

Ich weiss, ich bin eine schlechte Blogschreiberin, jetzt habe ich schon ganze zwei Wochen nichts mehr von mir hören lassen, obwohl es doch so viel zu erzählen gäbe.

Letztes Wochenende hatten wir mit unserem AFS-Chapter unser Arrival Camp. Dazu trafen wir uns für den Samstag in einem wunderschönen Nationalpark. Am Anfang haben uns die beiden Leiter einfach noch ein wenig über Kanada informiert, aber eigentlich wussten wir diese Dinge schon (beispielsweise das Nationalsportart Hockey ist und man hier mit Dollar bezahlt). Später haben wir dann ein wenig gewandert. Das war wunderschön, einige Bilder davon findet ihr auf meinem Facebookprofil. Ausserdem konnte ich da endlich wieder einmal Deutsch reden, was am Anfang nach fast drei Wochen irgendwie ein bisschen komisch war.

Le parc national Abiguel (Hängebrücke - Juhuuu)

Unser riesen AFS-Chapter

Am Samstagabend sind dann Rasmus (aus Dänemark) und ich noch mit einigen anderen von der Schule zu unserem ersten kanadischen Hockeyspiel gegangen. Und wie mir damals beim Hockeymatch in Davos erklärt wurde, war das Spiel wirklich viel ruppiger als in der Schweiz, was aber nicht stimmt, ist, das die Fans leiser sind, sie sind einfach nur anders! Das war super, auch wenn „unsere“ Mannschaft dann leider verloren hat.

Inzwischen haben Rasmus und ich uns eigentlich ganz gut eingelebt, wir sind ja schliesslich auch schon fast einen Monat hier (fehlt nur noch ein Tag). Die Zeit ist so schnell vergangen! In der Schule wird es eigentlich immer einfacher, wir finden jetzt Freunde und die Leute kennen uns. Aber leider bekommen wir hier überhaupt keine Sonderrechte, obwohl wir die Sprache nicht sprechen oder neu sind. Die Lehrer wissen nicht, was sie mit uns anfangen sollen, da sie keine Anweisung oder Erfahrung haben, was man mit Austauschschülern macht. Bis nächste Woche müssen wir beispielsweise für Französisch ein Buch von 250 Seiten lesen und anschliessend zwei Texte mit je 500 Wörtern schreiben gleichzeitig aber für Ethik auch noch einen Aufsatz über Frauenrechte im Iran. Das finde ich ziemlich schade. Auch wollen sie uns hier nicht in den Sportmannschaften der Schule haben, mit dem Kommentar, dass sie keine Leute nur für ein Jahr trainieren, die dann keine Zukunft in ihren grossen Mannschaften später haben werden. Das finde ich eigentlich ziemlich schwach, denn wir versuchen ja wirklich unser Bestes, und dass es nur ein Jahr ist, das ist halt nun einmal auch irgendwie das Ziel der Sache. Sonst sind aber alle sehr nett zu uns! Man lädt uns auch zu den Freitag-Abend-Partys hier ein und die anfängliche Scheu mit uns zu sprechen ist eigentlich so gut wie verflogen.

Manchmal wünsche ich mir hier, wie „Die wilden Hühner“, dass man die Erinnerungen in Marmeladengläser stecken könnte um in Zeiten von Heimweh ein wenig daran schnuppern zu können oder sie mit euch zu teilen! Mir geht es hier wirklich gut und ich erlebe so viel Neues! Aber trotzdem wünsche ich mir manchmal, dass ihr hier bei mir sein könntet und ich euch das alles zeigen kann! Die Schule, meine neuen Freunde, meine Gastfamilie, meine „Small-Town“ und die wunderschöne Natur!

Ich habe euch lieb!

Eure Teresa

Montag, 5. September 2011

5.9.2011 – Zwei Wochen

Jetzt bin ich schon zwei Wochen in Kanada und die Zeit scheint wie im Fluge vergangen zu sein. Wenn ich mir aber überlege, was ich in diesen zwei Wochen schon alles an neuen Dingen kennen gelernt, neu erfahren, erlebt und mitgelebt habe, dann habe ich den Eindruck, dass es viel mehr als nur zwei Wochen sind!

Am Freitag hatte ich dann meinen ersten offiziellen Schultag, so wie er auf dem Stundenplan steht, das war ein bisschen speziell, denn ich habe nicht wie in der Schweiz eine Klasse mit der ich alle Fächer gemeinsam habe, sondern Kurse und in jedem Kurs eine eigene Zusammenstellung von Schülern. So war es meine Aufgabe, alleine meine Schulzimmer zu finden, was sich irgendwie als gar nicht so einfach herausstellte, da das Schulhaus einfach überdimensioniert und ungeordnet erscheint. Wenn ich dann aber die Zimmer gefunden habe, war er Unterricht meist gar nicht so schlimm und sowieso nur Einführung ins neue Schuljahr. Mit dem Französisch hatte ich bis auf Mathe keine Probleme, denn es waren ja „normale“ Gespräche, von alltäglichen Schuldingen wie „Bringt bitte nächstes mal eure Ordner und Blätter mit“, aber in Mathe war ich voll überfordert mit Begriffen wie „Gleichung“ oder „Oberflächeninhalt“ auf Französisch, die dann leider auch nicht in meinem „Französisch für Anfänger – Mini Plus“-Wörterbuch vorhanden waren. Nun ja, für den ersten Tag lief es eigentlich gut und dann war ja auch schon wieder Wochenende!

Fürs Wochenende hatte meine Gastfamilie geplant, einmal in eine etwas grössere Stadt zum Einkaufen zu fahren und mir dann auch gleich eine Winterjacke zu verpassen. Doch Einkaufen sieht hier leider nicht so wie bummeln durch die Bahnhofstrasse (Zürcher wissen was ich meine) aus, sondern „Wir suchen uns ein Shoppingcenter in Grösse XXXXXXXXL“. Am Samstag fand ich es noch ganz lustig, dass mir meine Gastfamilie schon jetzt, Anfang September, eine Winterjacke kauft, aber inzwischen kann ich sie sogar verstehen.

Heute war ich zum ersten Mal mit meiner Gastfamilie im Waldhaus, von dem meine Gastbrüder die ganze Zeit sehr schwärmen, und jetzt verstehe ich warum, es ist wirklich sehr schön. Es liegt mitten im Wald und man muss dorthin laufen oder das „Dreirad“ nehmen. Es war sehr schön im Wald, denn ausser dem Haus gibt es dort nichts und man kann Tiere beobachten, aber es war so kalt. Als meine Gastbrüder heute Morgen in Winterjacken, Regenhosen, Mützen und Handschuhe verpackt wurden, habe ich noch in mich hineingeschmunzelt, und nur mehr oder weniger widerwillig auch für mich einen Schal und eine zweite Jacke mitgenommen. Aber ich war später sehr froh. Es war neblig mit wunderbaren 7°C um Mittagszeit. Wir haben dort dann Mittag gegessen, warme Sandwichs vom Ofen… Mmmh….

Meine Gastbrüder auf dem "Dreirad"

Camp

mmmhm...

Unsere Rampe zum Schlitteln (Schlitteln -> Schweizerdeutsch -> Schlitten fahren)

Bis jetzt habe ich meine Entscheidung nach Kanada gegangen zu sein, noch nicht bereut. Jeden Tag lerne ich neue Dinge kennen und meine Gastfamilie lernt Dinge von mir kennen. Wir haben eine gute Beziehung zueinander, was mich sehr froh macht. Irgendwie sind wir auf der gleichen Wellenlänge, aber sogar wenn wir so langweilige Spiele wie Scrabbel (für mein Französisch) spielen, lachen wir uns manchmal halb tot, weil irgendetwas lustig war.

Manchmal habe ich natürlich auch ein wenig Heimweh nach den Menschen, die mir sehr nahe stehen, wie meine Familie und meine Freunde, von denen ich hier nicht so viel höre wie normalerweise in der Schweiz. Aber auch wenn ich nicht dazu komme mich oft bei euch zu melden, möchte ich, dass ihr wisst, dass ich euch unendlich gern habe!

Liebe Grüsse von der bald erfrierenden Teresa

Mittwoch, 31. August 2011

31.8.2011 – Mein erster Schul(halb)tag

Endlich hat die Schule angefangen, ich glaube ich habe mich selten so auf den ersten Schultag nach den Ferien gefreut wie heute. Aber ich bin auch noch nie so kaputt danach nach Hause gegangen…

Nachdem ich erst einmal vor Aufregung letzte Nacht kaum geschlafen habe, bin ich dann heute Morgen um 8.00 mit Danielle vor meiner Schule gestanden. In der Schule sollten wir dann auf zwei Zwillinge treffen, die gemeinsam mit der Direktorin die Aufgabe hatten, uns die Schule zu zeigen und unsere Klassenverantwortlichen zu suchen. Als dann aber die anderen Austauschschüler nicht kamen, wollten die anderen schon einmal mit mir meinen Namen auf den Listen suchen gehen, damit wir dann danach wissen zu welcher Person ich gehen muss. Aber mein Name und später auch der der anderen Austauschschüler, war nicht auf der Liste. Also rannten wir bestimmt vier Mal durch das ganze Schulhaus, bis wir irgendwann von der Direktorin hörten, wir sollen uns jetzt einfach mal in die Aula setzen, der Rest würde irgendwie organisiert werden, da es nicht klar ist zu wem wir gehören. Nach einer Begrüssungsfeier durch Schulleiter und Direktorin wurden alle auf ihre Klassen verteilt, bis auf uns drei. Wir mussten dann schlussendlich aber bei irgendeinem anderen Lehrer mit in die Klasse. Das war genial… Der Lehrer sollte uns die Regeln der Absenzen erklären und verschiedene Unterlagen verteilen. Jedoch hatte er mehr eine Privatkonversation mit einer Schülerin, die immer den Eindruck hatte besonders toll zu sein und irgendeinen Kommentar abgeben zu müssen, dass er das nicht zu erklären bräuchte, da es sowieso jedes Jahr das Gleiche ist, toll, nicht für Rasmus, Demi und mich. Aber das wollte sie irgendwie nicht wirklich begreifen. Zwischendurch hat er uns auf Englisch das Alles ein wenig erklärt und irgendwann hat er uns weggeschickt mit dem Kommentar wir sollen morgen oder übermorgen noch mal wiederkommen um unsere Stundenpläne und anderen Unterlagen abzuholen, mit denen man dann aber erst das Foto für den Schülerausweis, die Schulbücher und den Spindcode abholen kann. Super, noch mal zur Schule. Anschliessend haben Rasmus und ich dann in der Halle auf meine Gastmutter gewartet, während Demi bereits gegangen war. Da kamen dann der Lehrer von vorher und Alex, der Deutsche an meiner Schule, gleichzeitig zu uns. Der Lehrer teilte uns dann mit, dass irgendwo im Schulhaus vielleicht doch unser Name auf irgendeiner Liste vorhanden ist. Fail, das Gespräch (die Hoffnung endlich einmal Deutsch reden zu können), viel ins Wasser. Zwei Stockwerke und etliche Gänge später fanden wir unsere Namen auf den Listen der Secondaire 4. Okay? Eigentlich sind wir doch Secondaire 5?! Dann hiess es rennen um noch unsere Lehrer zu erwischen, die dann doch unsere Unterlagen hatten. Mit denen bin ich dann mit Rasmus zu der Stelle gegangen, wo man mit diesen Unterlagen das Foto für den Schülerausweis machen sollte und sich für einen Spind einschreiben soll. Da bin ich dann meiner Gastmutter begegnet und Rasmus und ich konnten endlich unsere Fragen zu den Stundenplänen äussern, denn die Fächer auf meinem Stundenplan entsprachen überhaupt nicht meiner Wahl, und auch bei Rasmus nicht. Sie ist dann mit Rasmus und mir zur Rektorin gegangen, die uns dann für einige Kurse umgeteilt hat und irgendwann kriege ich dann die nächsten Tage meine definitiven Unterlagen. Super… Also nach zwei Stunden rennen und Französischdiskussionen über unsere Stundenpläne wurden Rasmus und ich dann noch für unsere Schülerausweise fotografiert. Ich weiss nicht wie rot mein Gesicht, wie verstrubbelt meine Haare und wie kaputt ich aussehe, aber nach dem ganzen Chaos ist es mir inzwischen auch ziemlich egal!

Nach dem Vormittag bin ich nur noch müde und mit Kopfschmerzen zu Hause ins Bett gefallen und hab geschlafen!

Meinen ersten Schultag habe ich mir zwar anders vorgestellt, denn es blieb keine Zeit für ein Gespräch mit irgendjemandem, worauf ich mich eigentlich gefreut hatte und meine wirklichen Unterlagen habe ich schlussendlich doch nicht…

Nun ja, hoffen wir dass ich sie bald bekomme, meine Gastmutter ist jedenfalls sehr davon überzeugt, dass sie mich noch in die Fächer von Secondaire 5 kriegt, da sie mich dort auch eigentlich eingeschrieben hatte, da AFS ihr mein Zeugnis aus der Schweiz gegeben hatte. Sie wird nicht locker lassen, denn der Mix aus Secondaire 4 und 5, der im Moment meinen Stundenplan darstellt ist Schwachsinn!

Also bis bald meine Lieben!